Foodfotografie „hinter den Kulissen“: Waffeln

26

FEBRUAR 2017

Seit einer Woche besitze ich ein Waffeleisen und es brannte mir schon die ganze Zeit unter den Fingern, endlich Waffeln zu backen und abzulichten. Jedoch blieb mir unter der Woche wenig Zeit dafür, aber heute Vormittag habe ich mich voll und ganz dem Waffeln backen, anrichten und fotografieren gewidmet. Welche Überlegungen ich dabei hatte, verrate ich euch jetzt hier, in diesem kleinen “Behind the scenes”:

Für diese Fotos habe ich folgendes gebraucht:

  • Sony Alpha 7II
  • Samyang 100mm Macro Objektiv
  • Stativ
  • natürliches Tageslicht
  • Diffusor vor dem Fenster
  • Aufheller (mit weißem Papier beklebter Karton)
  • Tisch (mein Tisch steht auf Rollen, so kann ich ihn ganz einfach hin und her fahren)
  • einzelne, dunkelgraue Laminatplatte (Baumarkt) als Untergrund
  • Abdunkler vor dem Diffusor (ich habe einen meiner Holzuntergründe genommen)
  • Teller, passend zum Untergrund und dem Food
  • Altes Silberbesteck von Oma
  • Frische Waffeln
  • Waldbeeren
  • Minze
  • Puderzucker
  • Ahornsirup (aufgetragen mit einer Spritze)

Oben: Waffeln in ihren einzelnen Segmenten
Unten: Waffeln „aufgestapelt“

Überlegung Nr 1: Wie richte ich die Waffeln am besten an?

Zerschneide ich die Waffeln in ihre kleinen Elemente und habe auf dem Teller noch ausreichend Platz für Früchte und Co?
Oder nehme ich die doch recht großen Waffeln im Ganzen und bedecke damit fast den gesamten Teller?
Am Ende habe ich beides versucht, fand aber die Variante mit den ganzen Waffeln dann doch am Besten und habe mich darauf konzentriert.

Überlegung Nr. 2: Untergrund- und Farbgestaltung

Einige Komponenten standen im Vorfeld fest: die Farbe der Waffeln (gelb-orange), die Farbe der Beeren (rot und blau), das Weiß des Puderzuckers und ein kleines, grünes Element in Form der Minze. Aufgrund der vielen Farben und der hellen Waffeln habe ich mich für einen dunklen Untergrund und einen neutralen bzw. schwarzen Teller entschieden.

Set-up Waffelshooting

Überlegung Nr. 3: Was mache ich mit dem Licht?

Vor meinem Fenster habe ich standardmäßig einen großen Diffusor angebracht, aber die Sonne war recht stark und ich musste überlegen, wie ich sie ein wenig eindämmen kann. Die Lösung war eine Holzplatte, die bei einigen Aufnahmen auch als Hintergrund diente. Die Platte war nicht sehr hoch, sodass das Licht oberhalb der Platte noch vollkommen ausreichend war.
Links neben den Teller habe ich einen Reflektor aufgestellt, um die Vorderseite der Waffeln leicht aufzuhellen.

Links: Out of Cam | Rechts: nach der Bearbeitung in Lightroom

Überlegung Nr. 4: Props

Da ich mit meinem Lieblingsobjektiv, dem Samyang 100mm Macro gearbeitet habe, musste ich mir nicht allzu viele Gedanken um Props machen. Bei ein paar Aufnahmen machte sich jedoch das alte Silberbesteck von Oma ganz gut (siehe oben).

Planung und genaue Überlegungen sind gut und wichtig. Aber auch wenn man vorher ein ganz anderes Bild im Kopf hat, sollte man während des Shootings seinen Instinkten folgen und spontane Ideen einfach mal ausprobieren.

Waffeln mit Ahonsirup

Spielerei 1 – Ahornsirup

Ich habe zum Ende ein wenig mit Ahornsirup rumgespielt, aufgrund der sehr flüssigen Konsistenz jedoch keine befriedigenden Aufnahmen bekommen.

Puderzucker im „Freiflug“

Spielerei 2 – Puderzucker streuen

Ich wollte den Puderzucker “im Flug” einfangen und musste daher von der Belichtung recht schnell sein. Hierfür habe ich die ISO hochgestellt. Die Schwierigkeit bestand darin, gleichzeitig zu streuen und auszulösen… ich brauchte einige Anläufe, bis dieses Bild entstanden ist 😉

Links: Out of Cam | Rechts: nach der Bearbeitung in Lightroom

„Lichtlücke“ von  links

Spielerei 3: Licht 

Für den Lichteinfall von links oben habe ich die Holzplatte vor dem Fenster ein wenig verschoben. Ich finde diesen Effekt sehr schön. In Lightroom habe ich später die rechte Seite ein wenig abgedunkelt.

Links: Out of Cam | Rechts: nach der Bearbeitung in Lightroom

Ich hoffe, euch hat dieses “Behind the scenes “ gefallen und ihr könnt es als Anregung für eure Food Fotografie nutzen. 🙂

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